Sanierung des Geschiebehaushalts

Gewässer mit Geschiebe

Als Geschiebe werden Sedimente bezeichnet, die nahe der Sohle eines Fliessgewässers transportiert werden. Geschiebe erfüllt im Gewässer wichtige Funktionen für die Natur (Laichsubstrat und Lebensraum für Fische, Struktur- und Strömungsvielfalt etc.), den Hochwasserschutz (Verhindern von Sohlenerosionen) und den Erhalt des Grundwasservorkommens.

Zu sanierende Anlagen

Anlagen wie Wasserkraftanlagen (Wehre, Wasserfassungen, Weiher etc.), aber auch solche ohne Bezug zur Wasserkraft wie Geschiebesammler, Schwemmholzrechen, Kiesentnahmen und Gewässerverbauungen können den natürlichen Geschiebehaushalt beeinträchtigen.

Gemäss Gewässerschutzgesetz darf der Geschiebehaushalt durch Anlagen nicht so verändert werden, dass die einheimischen Tiere und Pflanzen, deren Lebensräume, der Grundwasserhaushalt und der Hochwasserschutz wesentlich beeinträchtigt werden. Auf Basis der Gewässerschutzverordnung verpflichtete der Bund die Kantone, Anlagen, die den Geschiebetransport behindern, im Rahmen einer strategischen Planung zu erfassen und gegebenenfalls Sanierungsmassnahmen aufzuzeigen.

Die Ergebnisse der strategischen Planung legen je Einzugsgebiet dar, wo Anlagen den Geschiebehaushalt der Gewässer beeinträchtigen.

Hilfsmittel & Informationen für Gemeinden

Bei rund 360 der 650 untersuchten Anlagen besteht Handlungsbedarf. Grösstenteils sind die Gemeinden für den Unterhalt und den Betrieb dieser Anlagen zuständig. Der Kanton Zürich steht den Gemeinden bei der Verbesserung des Geschiebehaushalts beratend zur Seite.

Das Merkblatt für Gemeinden umfasst eine Beschreibung von Anlagen, die den Geschiebehaushalt in Gewässern beeinträchtigen und zeigt mögliche
Sanierungsmassnahmen auf.

Geschiebeentnahmen und Geschieberückgaben bedürfen einer fischereirechtlichen Bewilligung des ALN, Fischerei- und Jagdverwaltung (Fischereiaufseher) sowie einer bedarfsgerechten Information an das AWEL, Abteilung Wasserbau (siehe Merkblatt).

Entnahmen in Grundwasserschutzzonen und im Gewässerschutzbereich Au (siehe Gewässerschutzkarte) bedürfen zusätzlich einer Bewilligung des AWEL, Abteilung Gewässerschutz.

Materialentsorgung: Entnommenes Material, welches nicht dem Gewässer zurückgegeben werden kann, muss fachgerecht entsorgt werden. Es gelten die Vorschriften der Technischen Verordnung über Abfälle (TVA).