Gewässerraum

Fragen und Antworten

Braucht es bei allen Gewässern einen Gewässerraum?

Grundsätzlich muss der Gewässerraum an allen öffentlichen Gewässern gemäss kantonalem Gewässerübersichtsplan festgelegt werden. Auch bei (privaten) Gewässern, die nicht im Übersichtsplan erfasst sind, muss geprüft werden, ob Funktionen des Gewässerraums zu gewährleisten sind. Sofern dies der Fall ist, muss ein Gewässerraum festgelegt werden. Falls keine überwiegenden Interessen entgegenstehen, kann bei Gewässern im Wald, bei eingedolten Gewässern, bei künstlich angelegten Gewässern und bei Wasserflächen von weniger als 0.5 ha auf die Festlegung des Gewässerraums verzichtet werden.

Der Kanton Zürich legt zunächst den Gewässerraum entlang der Gewässer im Siedlungsgebiet fest. Die Gewässer ausserhalb des Siedlungsgebiets folgen zu einem späteren Zeitpunkt.

Was gilt als «dicht überbautes Gebiet»?

Was «dicht überbaut» heisst, ist nicht abschliessend geregelt, sondern muss im Einzelfall beurteilt werden. Grundsätzlich ist das Land entlang der Gewässer und nicht das Siedlungs- und Baugebiet als Ganzes massgebend. Liegt der Abschnitt peripher, d.h. am Rand des Siedlungsgebiets, spricht dies gegen das Vorliegen eines dicht überbauten Gebiets. Liegt der zu untersuchende Abschnitt hingegen im Hauptsiedlungsgebiet der betroffenen Gemeinde, d.h. in ihrem geographischen oder planerischen Zentrum oder in Entwicklungsschwerpunkten, so spricht dies für das Vorliegen eines dicht überbauten Gebiets.

Ersetzt der Gewässerraum die bestehenden Vorgaben entlang der Gewässer?

Die bestehenden gesetzlichen Regelungen (Gewässerabstand nach § 21 WWG, Gewässerabstandslinien, Gewässerbaulinien, 3-Meter Pufferstreifen gemäss ChemRRV) bleiben in Kraft. Ziel der Gewässerraumfestlegung ist es jedoch, die verschiedenen Vorgaben zu harmonisieren, sodass künftig nur noch eine Vorgabe massgebend ist.