Hochwasserschutz Sihl, Zürichsee, Limmat

Steuerung Sihlsee

Der Kanton Zürich kann zur Verhinderung von Überschwemmungen bei grossen Hochwasserereignissen ein vorsorgliches Absenken des Sihlseepegels durch die Etzelwerk AG auslösen. Grundlage dafür sind die Vorhersagen für die Niederschlags- und Abflussmengen im Sihl-Einzugsgebiet.

Erhöhung Rückhaltevolumen durch Vorabsenkung

Zeichnen sich aufgrund der Prognosen extreme Niederschläge im Einzugsgebiet der Sihl und ihrer Zuflüsse Alp und Biber ab, muss drei bis vier Tage vor dem Unwetter mit dem Ablassen von Wasser aus dem Sihlsee begonnen werden, um genügend Volumen für die Hochwasserrückhaltung zu schaffen. Während des Hochwassers kann der Abfluss des Sihlsees dann so weit gedrosselt werden, dass die Sihl im Raum Zürich möglichst nicht über die Ufer tritt. Dabei füllt sich der Sihlsee wieder. Voraussetzung für eine ausreichende Vorabsenkung des Sihlsees ist die rechtzeitige Vorhersage eines extremen Unwetters im Einzugsgebiet der Sihl.

Die Vorabsenkung kann zu einem schnell steigenden Wasserstand der Sihl führen – auch bei schönem Wetter. Warntafeln machen auf plötzliche Hochwasser in der Sihl aufmerksam. Solche können auch aus betrieblichen oder natürlichen Gründen jederzeit auftreten.

Kombination von Vorabsenkung und automatisierter Sihlsee-Steuerung

Seit Mitte 2018 liefern insgesamt 13 Messstationen im Sihlseegebiet Informationen, um den Sihlsee als Rückhaltebecken bei extremen Niederschlägen noch besser nutzen zu können. Gemessen wird der Wasserstand von Sihl, Alp (neue Messstation in Trachslau als Ergänzung zur bestehenden in Einsiedeln), Biber, Grossbach und Minster, der Seestand beim Willerzeller-Viadukt (neue Messstation) sowie die Niederschläge in Einsiedeln und an der Staumauer. Für eine präzisere Datenbasis und damit einen besseren Hochwasserschutz wurden die wichtigsten fünf Messstationen mit zusätzlichen Sensoren ausgerüstet.

Aus den Daten berechnet das System die maximale Wassermenge, die während starken Niederschlägen zur Entlastung des Sihlsees über die Staumauer abgegeben werden kann, ohne Überschwemmungen an der Sihl zu verursachen. Während der kurzen Hochwasserspitzen von Alp und Biber wird Wasser im Sihlsee zurückgehalten. Das verhindert, dass die Entlastung aus dem Sihlsee mit den Hochwasserspitzen von Alp und Biber zusammenfällt. Die Sicherheit der Staumauer und das Vermeiden von Hochwasser am Sihlsee haben dabei weiterhin oberste Priorität.

Dank der Kombination von Vorabsenkung und automatisierter Sihlsee-Steuerung wird die Gefahr von Überschwemmungen der Sihl im Sihltal und in der Stadt Zürich massgeblich weiter reduziert.

Start / Stop Ton aus / ein Zurück

Kurzfilm über die Funktionsweise der verbesserten Sihlsee-Steuerung.