Hochwasserschutz Sihl, Zürichsee, Limmat

Sihl-Schwemmholzrechen

Langnau am Albis, Adliswil und Zürich sind seit Mai 2017 wesentlich besser vor einem Sihl-Hochwasser geschützt: dank dem Sihl-Schwemmholzrechen. Der Rechen ist ein zentraler Bestandteil des langfristigen Hochwasserschutzes im Einzugsgebiet von Sihl, Zürichsee und Limmat.

Rechen verhindert Verstopfungen durch Schwemmholz

Vor der Inbetriebnahme des Rechens gab es an der Sihl  ein Problem, das andere Massnahmen zum  Hochwasserschutz teilweise wirkungslos gemacht hätte: Verstopfungen durch Schwemmholz an kritischen Stellen wie Brücken oder den Durchlässen unter dem Hauptbahnhof Zürich. Diese Verstopfungen mit Schwemmholz hätten Ausuferungen zur Folge gehabt. Die Sihl hätte dicht besiedelte und stark genutzte Gebiete überflutet und grosse Schäden angerichtet.  

Idealer Standort oberhalb von Langnau am Albis

Der Kanton Zürich hatte 16 Standorte an der Sihl zwischen Sihlbrugg und Zürich prüfen lassen. Nur der Standort Rütiboden bei Langnau am Albis erfüllt die Bedingung einer scharfen Flusskurve. In der Kurve drückt das Wasser durch die Fliehkraft nach aussen. Das Schwemmholz wird zur Kurvenaussenseite transportiert und landet bei Hochwasser im seitlich des Flusses angelegten Rückhalteraum. Er ist gross genug für die maximal zu erwartenden 12 000 m³ Holz. Der Rütiboden liegt oberhalb des Einlaufs eines möglichen Hochwasser-Entlastungsstollens von der Sihl in den Zürichsee bei Thalwil. Der Schwemmholzrechen könnte auch diesen Stollen schützen.

Sicherer Schwemmholzrückhalt

Modellversuche an der ETH Zürich haben gezeigt, dass der Parallelrechen im Hochwasserfall bis zu 95 Prozent des Schwemmholzes in der Sihl sicher zurückhält. Das restliche Schwemmholz ist für die unterhalb liegenden Siedlungsgebiete in Langnau am Albis, Adliswil und Zürich keine Gefahr. Wenn der Rückhalteraum nach dem Hochwasser wieder trocken liegt, wird das Schwemmholz zerkleinert und wegtransportiert, was ungefähr alle zehn Jahre nötig sein wird.

Ungefähr alle zehn Jahre treibt die Sihl bei kritischem Hochwasser Schwemmholz in den Rechen.
Ungefähr alle zehn Jahre treibt die Sihl bei kritischem Hochwasser Schwemmholz in den Rechen.

Massnahmen zugunsten der Umwelt

Der Kanton Zürich hat die Auswirkungen des Schwemmholzrechens auf die Umwelt prüfen lassen. Anschliessend erarbeitete die Bauherrschaft mit den kantonalen Fachstellen und den betroffenen Gemeinden die Massnahmen zum Schutz der Umwelt. Realisiert wurden Standorte für Feuchtwiesen und ein Amphibienteich. Die Verzahnung der Sihl mit den angrenzenden Uferbereichen schafft unterschiedliche Strömungsverhältnisse, die den  Fischen zu gute kommen. Und der Schwemmholzrechen wird durch eine sorgfältige Detailgestaltung optimal in die Sihl-Landschaft eingepasst.

Zahlen und Fakten

– Abmessungen: Länge 350 Meter, Breite 5–35 Meter
– Stäbe: 68, Höhe: 3,0–4,5 Meter, Durchmesser: 0,4 Meter
– Abstand zwischen den Stäben: 3,7 Meter
– Fassungsvermögen Rückhalteraum: 12000 m³ (Lockervolumen)
– Realisierung April 2016 - Mai 2017
– Kosten: rund 18 Millionen Franken (Anteil Bund 45 Prozent)