Hochwasserschutz Sihl, Zürichsee, Limmat

Entlastungsstollen Thalwil

Das Konzept sieht die Ableitung von Hochwasserspitzen der Sihl in den unteren Zürichsee vor, und zwar durch einen rund 2,1 Kilometer langen Stollen mit einem Innendurchmesser von ca. 6,6 Metern von der Sihl oberhalb Langnau am Albis in den Zürichsee bei Thalwil. Dadurch wären Langnau am Albis, Adliswil und Zürich vor Hochwasser geschützt.

Der Entlastungsstollen könnte bis frühestens 2023 umgesetzt werden.

Optimierung des möglichen Stolleneinlaufs

Im Juli 2013 beendete die Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie (VAW) der ETH Zürich die Modellversuche für den Einlauf des möglichen Entlastungsstollens oberhalb von Langnau am Albis. Die Versuche im Auftrag des Kantons Zürich lieferten wertvolle Erkenntnisse für die Gestaltung des Einlaufbauwerks.

Kredit für Vorprojekt

2015 bewilligte der Regierungsrat einen Kredit von 4,65 Millionen Franken, um mit der Projektierung des Entlastungsstollens Thalwil zu beginnen. Das hohe Sachwertrisiko und der mögliche Zeitgewinn bei der Realisierung rechtfertigten es, noch vor dem Konzeptentscheid ein Vorprojekt zu erarbeiten.  

Ökologisch verträgliche Lösung

Der Einlauf des Entlastungsstollens würde unterhalb des Schwemmholzrechens liegen, der im Juni 2017 eingeweiht wurde. Damit wäre der Einlauf vor Verstopfungen durch Schwemmholz geschützt. Das Einlaufbauwerk wäre so gestaltet, dass kleinere und mittlere Hochwasser weiterhin die gesamte Sihl durchfliessen. Sie sorgen für die gesetzlich vorgeschriebene Flussdynamik zugunsten des Geschiebehaushalts und die Alimentierung des Grundwassers. Erst bei grossen Hochwassern würde sich das bewegliche Seitenwehr am Stolleneinlauf selbsttätig öffnen. Das wäre nach heutigen Erkenntnissen etwa alle 20 Jahre der Fall.