Hochwasserschutz Sihl, Zürichsee, Limmat

Langfristige Konzepte

2007 initiierte der Kanton Zürich das Projekt «Hochwasserschutz Sihl, Zürichsee, Limmat». Das Projekt steht unter der Leitung der Abteilung Wasserbau des AWEL.
Die Planung basiert auf umfassenden Grundlagen, diedas AWEL in den letzten Jahren erarbeitet hat. Dazu gehören Analysen früherer Hochwasser, Gefahrenkarten, Geschiebestudien und Risikoanalysen.

Von 35 Lösungsansätzen zu 2 Konzepten

Drei interdisziplinär zusammengesetzte Planerteams erhielten 2009 den Auftrag, umfassende Lösungen für den langfristigen Hochwasserschutz aufzuzeigen. Ausgangspunkt für die Erarbeitung der 35 Lösungsansätze waren drei unterschiedliche Strategien für den Hochwasserschutz: 1. Rückhalten und Objektschutz, 2. Durchleiten durch Vollausbau, 3. Umleiten durch Entlastungsstollen.

Die erarbeiteten Lösungsansätze wurden 2011 an mehreren Workshops eingehend mit Experten und einer Begleitgruppe diskutiert. In der Begleitgruppe vertreten waren die Nachbarkantone, Bezirke, Gemeinden, regionale Planungsgruppen an Sihl, Zürichsee und Limmat, kantonale Gebäudeversicherung, Bund, SBB, Umwelt- und Naturschutzorganisationen.

In einem ersten Schritt entstanden durch die Kombination von Lösungsansätzen fünf Varianten. Im weiteren Workshop-Verfahren ergab die Kombination von Elementen der fünf Varianten zwei mögliche Konzepte für den langfristigen Hochwasserschutz an der Sihl: 1. «Kombilösung Energie», 2. «Entlastungsstollen».

Ablaufschema des gemeinschaftlichen Prozesses.
Im Workshop-Verfahren von 35 Lösungsansätzen zu zwei Konzepten.

Vertiefte Abklärungen – wertvolle Erkenntnisse

Modellversuch im Massstab 1:30 zur Prüfung der Durchflusskapazität unter dem Hauptbahnhof Zürich.
Modellversuch im Massstab 1:30 zur Prüfung der Durchflusskapazität unter dem Hauptbahnhof Zürich.

Für die Konkretisierung der beiden Konzepte wurden an der ETH Zürich zwei Modellversuche durchgeführt: Für den Einlauf eines möglichen Entlastungsstollens und die Ermittlung der maximalen Durchflusskapazität der Sihl unter dem Hauptbahnhof Zürich.

Die hydraulischen Versuchsreihen an der ETH Zürich haben bestätigt, dass die Kapazität der Sihl-Durchlässe beim Hauptbahnhof Zürich nur bis zu einem Hochwasser ausreicht, wie es etwa alle 30 Jahre zu erwarten ist.

Anstieg des Zürichsees kann ausgeglichen werden

Untersucht wurden auch die Auswirkungen der in beiden Konzepten geplanten Umleitung von Sihl-Hochwasserspitzen in den Zürichsee. Die Untersuchungen zeigen, dass eine Überleitung nur zu einem geringen zusätzlichen Anstieg des Zürichseespiegels von rund fünf Zentimetern führt. Dieser Anstieg kann ausgeglichen werden durch die Erhöhung der Abflusskapazität der Limmat bei der Münster- und der Rathausbrücke in Zürich.