Wirkungen

Luftschadstoffe führen zu Beeinträchtigungen der Gesundheit sowie zu Schäden an Gebäuden und empfindlichen Ökosystemen und wirken sich negativ auf das Klima aus.

Die Luftverschmutzung im Kanton Zürich verursacht sehr hohe volkswirtschaftliche Kosten, vor allem durch die Beeinträchtigung der Gesundheit.

Auswirkungen auf die Gesundheit

Luftverschmutzung ist eine nachweisliche Ursache für Krankheit und vorzeitige Todesfälle. Feinstaub, Russ, Ozon und Stickoxide sind besonders gesundheitsschädlich und führen zu Atemwegs- und Herz-Kreislauferkrankungen, sowie vermutlich zu weiteren Gesundheitsfolgen wie Diabetes, Atemwegsallergien und niedrigem Geburtsgewicht. Besonders betroffen sind Kinder, ältere Personen oder Menschen mit einer vorbestehenden Krankheit der Atemwege oder des Herz-Kreislaufsystems. Bei diesen kann sich der Gesundheitszustand auch aufgrund von kurzfristigen Veränderungen der Luftschadstoffbelastung verschlechtern.

Feinstaub und Russ

Feinstaub (PM10, PM2.5) dringt bis tief in die Lungen vor, da die Filterwirkung des Nasen-Rachenraumes für diese feinen Partikel nicht ausreicht. Dort verursacht er entzündliche Reaktionen, was sich durch Husten, Asthmaanfälle und Atemwegserkrankungen äussert. Neben den Atemwegen ist auch das Herz-Kreislaufsystem von schädlichen Auswirkungen betroffen, welche von den feineren Bestandteilen des Feinstaubs hervorgerufen werden. Ultrafeine Partikel, zu welchen auch der Russ zählt, gelangen teilweise via Lungenbläschen in die Blutbahn. Russ und seine Begleitstoffe vergrössern das Lungenkrebsrisiko.

Während Wintersmog-Phasen sind die Konzentrationen an Feinstaub und Russ oft besonders hoch und es treten kurzfristige Veränderungen der Luftschadstoffbelastung auf. Wintersmog-Phasen stellen damit eine besondere Belastung für die Gesundheit der Bevölkerung dar. Zur Verminderung der Schadstoffbelastung werden deshalb kurzfristige Massnahmen umgesetzt.

Stickstoffdioxid

Stickstoffdioxid (NO2) führt zu Atemwegserkrankungen wie Asthma, chronische Bronchitis, COPD (Chronisch Obstruktive Lungenerkrankung) wie auch zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall) und verstärkt die Reizwirkung von Allergenen. Ausserdem werden Diabetes Typ 2, Frühgeburt und geringes Geburtsgewicht mit Stickstoffdioxid in Verbindung gebracht. Längerfristig häufen sich Infektionskrankheiten und die Lungenfunktion verringert sich. Neben der direkten gesundheitsschädigenden Wirkung trägt NO2 auch zur Bildung von bodennahem Ozon und von sekundärem Feinstaub bei.

Ozon

Beim Ozon (O3) muss zwischen der Ozonschicht in der Stratosphäre, welche uns vor der Sonneneinstrahlung schützt, und dem gesundheitsschädlichen bodennahen Ozon unterschieden werden. Während Sommersmog-Phasen kann das bodennahe Ozon hohe Konzentrationen erreichen und Reizungen der Augen und der Schleimhaut der Atemwege verursachen sowie die Leistungsfähigkeit der Lungen beeinträchtigen. Bei hohen Ozonwerten in der Aussenluft treten Beschwerden am ehesten bei Personen auf, die sich während längerer Zeit im Freien körperlich anstrengen. Die Empfindlichkeit ist individuell stark verschieden. Bei Menschen mit Allergien oder Asthma kann Ozon die entsprechenden Symptome verstärken.

Auswirkungen auf empfindliche Ökosysteme

Luftschadstoffe wirken sich auch auf Pflanzen, Böden und empfindliche Ökosysteme aus. Naturnahe Wiesen, Wälder und Moore können übermässige Stickstoffeinträge langfristig nicht verkraften. Die Ammoniak(NH3)-Emissionen aus der landwirtschaftlichen Tierhaltung machen den Hauptanteil des eingetragenen Stickstoffs aus. Auch die bei der Verbrennung von Brenn- und Treibstoffen entstehenden Stickoxide tragen zu den Stickstoff-Einträgen bei. Der Stickstoff(N)-Eintrag versauert und überdüngt die Böden. Dies vermindert das Wurzelwachstum der Bäume, wodurch Wälder weniger widerstandsfähig gegenüber Stürmen, Frost, Trockenheit und Schädlingen werden. Mit der Überdüngung der Böden nimmt die Artenvielfalt in empfindlichen Ökosystemen ab. Zudem wird durch die Versauerung der Böden die Mineralstoffversorgung der Pflanzen beeinträchtigt und die Ernteerträge in der Landwirtschaft werden geschmälert. Auch zu hohe Ozon-Konzentrationen können die Pflanzen schädigen und das Wurzelwachstum von Bäumen beeinträchtigen.

Kosten der Luftschadstoffbelastung

Die Folgen der Luftverschmutzung im Kanton Zürich lassen sich monetär bewerten und in volkswirtschaftlichen Kosten ausdrücken. Die Kosten der gesundheitlichen Beeinträchtigungen machen den weit überwiegenden Anteil aus. Bewertet werden sie üblicherweise anhand der Feinstaub-Belastung (PM10). Neue Forschungsergebnisse ermöglichen aber auch die Bewertung der Gesundheitsschädigung durch Stickstoffdioxid (NO2). Diese weisen deutlich höhere Werte als durch Feinstaub aus. Und anders als beim Feinstaub haben sie keinen abnehmenden Trend.

Die Feinstaub-Immissionen waren im Kanton Zürich zwischen 2005 und 2015 rückläufig. Die damit verbundenen Gesundheitskosten gingen entsprechend von rund 1.5 Mrd. Franken pro Jahr (2005) auf 0.95 Mrd. Franken (2015) zurück. Dies ist auf die erfolgreiche Umsetzung von Massnahmen zurückzuführen, zum Beispiel die Einführung von Partikelfiltern bei dieselbetriebenen Fahrzeugen und Baumaschinen.

Diesem erfreulichen Trend beim Feinstaub stehen nur leicht abnehmende Stickstoffdioxid-Immissionen (NO2) entgegen. Bei der Bewertung der Kosten wird diese leichte Abnahme teilweise durch die wachsende betroffene Bevölkerung und die steigenden Kostensätze überkompensiert. Und dies ist eine Stagnation auf hohem Niveau: Die Abschätzungen zeigen, dass die Kosten durch Stickstoffdioxid im Jahr 2015 im Kanton Zürich mit rund 2 Mrd. Franken pro Jahr doppelt so gross sind wie die durch PM10 verursachten. Aufgrund sich bis zu einem gewissen Grad überlappender Wirkungen der Schadstoffe werden die Gesundheitskosten für PM10 und NO2 nicht zusammengezählt. Die Ergebnisse zeigen aber, dass der Trend für die Gesamtheit der Gesundheitskosten wesentlich weniger stark abnehmend ist als für den bisher allein betrachteten Feinstaub.

Verursacher der Luftschadstoffbelastung und ihre Kosten

Unter den Verursachern bleibt der Verkehr die grösste Luftschadstoffquelle. Dieser war 2015 für knapp die Hälfte der luftschadstoffbedingten Gesundheitskosten verantwortlich (47%). Es folgen Land- und Forstwirtschaft (20%), Industrie (18%) sowie schliesslich Haushalte, Gewerbe und Dienstleistungen (15%).

Der Verkehr ist fast für die Hälfte der verursachten luftschadstoffbedingten Gesundheitskosten verantwortlich  (Quelle: econcept).
Der Verkehr ist fast für die Hälfte der verursachten luftschadstoffbedingten Gesundheitskosten verantwortlich (Quelle: econcept).

Schlussfolgerungen für die Luftreinhaltung

Die ermittelten Gesundheitskosten belegen, dass die Luftschadstoffe weiterhin eine relevante Beeinträchtigung der Gesundheit verursachen. Die getroffenen Massnahmen zeigen in der verminderten Feinstaubbelastung und den damit verbundenen geringeren Gesundheitskosten erfolgreich ihre Wirkung. Nun muss aber auch bei den Stickoxiden eine Abnahme der Immissionen erreicht werden, um die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen.