Folgen des Klimawandels

Überdurchschnittliche Erwärmung in der Schweiz

Während es weltweit seit Beginn der Industrialisierung bisher durchschnittlich 0.9 °C wärmer geworden ist, sind es in der Schweiz im gleichen Zeitraum 2.0 °C. Die Erwärmung in der Schweiz ist also bisher deutlich überdurchschnittlich. Die Risiken dieser Entwicklung überwiegen die Chancen deutlich.

Folgend sind die Auswirkungen mit besonderem Handlungsbedarf dargestellt.

Heissere Sommer

Sommerhitze 35 Grad auf dem Thermometer

Wir müssen immer häufiger mit Hitzewellen wie 2003 oder 2015 rechnen, die sogar noch intensiver und länger ausfallen können. Hitzewellen beeinträchtigen das Wohlbefinden der ganzen Bevölkerung stark und können für alte und pflegebedürftige Personen sowie Säuglinge lebensbedrohend sein. Besonders betroffen sind die Städte und Agglomerationen, die sich stark aufheizen. Zudem nimmt die Ozonkonzentration in der Luft während Hitzeperioden zu und verursacht Atemwegsbeschwerden. Bis Mitte dieses Jahrhunderts dürften Verhältnisse wie im Sommer 2015 zum Normalfall werden.

Trockenere Sommer

Symbolbild trockener Boden

Trockenperioden werden vermehrt auftreten und dazu führen, dass die Wassermengen in Flüssen und Bächen zeitweise abnehmen. Das verbleibende Wasser wird häufiger Temperaturen erreichen, die für Wasserlebewesen kritisch sind. 2015 und 2018 trockneten viele Bäche sogar ganz aus und tausende Fische mussten umgesiedelt werden. Wassermangel führt aber auch in der Landwirtschaft zu Problemen. So hatten die Landwirte im Kanton Zürich in diesen Jahren grosse Ertragsausfälle, unter anderem bei Heu und Mais. Wegen des fehlenden Futters mussten manche Landwirte ihre Milchviehbestände reduzieren.

Mehr Starkniederschläge und Hochwasser

Hochwasser Sihl 2005 - Hauptbahnof Zürich

Starkniederschläge werden häufiger auftreten und intensiver ausfallen. Damit nimmt auch das Überschwemmungsrisiko erheblich zu. Im Jahr 2005 fehlte nicht mehr viel und die Sihl hätte die Zürcher Innenstadt und den Hauptbahnhof überflutet – mit Schäden in Milliardenhöhe und Auswirkungen auf den Bahnverkehr in der ganzen Schweiz. In der Folge ergreifen die Behörden nun aufwändige Hochwasserschutzmassnahmen.

Veränderungen der Lebensräume und der Tier- und Pflanzenwelt

Moorlandschaft

Der Klimawandel führt vor allem zu mehr Trockenheit in Lebensräumen wie Mooren und Gewässern. Damit werden viele schon heute seltene Tier- und Pflanzenarten (z.B. die Kreuzkröte) ihre Lebensgrundlage mehr und mehr verlieren. Zudem verlängern steigende Temperaturen die Heuschnupfen-Saison, weil die Pflanzen immer früher zu blühen beginnen. Manche unerwünschte Tier- und Pflanzenart profitiert vom Klimawandel, z. B. das Schmalblättrige Greiskraut, das zu Vergiftungen bei Vieh führen kann. Die Asiatische Tigermücke könnte künftig im Kanton Zürich auftreten und bisher nicht vorkommende Krankheiten übertragen.