Auflagen & Empfehlungen

Erkennen und Bekämpfen der wichtigsten invasiven Neophyten

Das Dokument „Praxishilfe Neophyten, 2015“ hilft die wichtigsten invasiven Neophyten zu erkennen und zeigt auf, ob und wie sie bekämpft werden können und was dabei zu beachten ist (z.B. Meldepflicht).

Einschränkungen beim Verkauf invasiver Neophyten: Verbot, Verzicht, Infomationspflicht

Der Verkauf von invasiven Neophyten ist rechtlich geregelt. Je nach Pflanze gilt

  • ein Verkaufsverbot
  • ein Verkaufs-Verzicht
  • eine Informationspflicht

Der Infoflyer "Rechtliche Grundlage Invasive Neophyten im Verkauf: Verbot, Verzicht, Informationspflicht" zeigt die rechtlichen Grundlagen auf und enthält die entsprechenden Pflanzenlisten. 

Empfehlungen der AGIN zur Bekämpfung von Neophyten

Die AGIN hat Merkblätter zur Bekämpfung folgender invasiven Neophyten ausgearbeitet

 

Die AGIN hat Empfehlungen zu Bekämpfungzielen von sechs invasivern Neophyten ausgearbeitet (Ambrosia, Riesenbärenklau, Drüsiges Springkraut Nordamerikanische Goldruten, Asiatische Staudenknöteriche, Götterbaum)

Entsorgung von Grüngut

Die unsachgemässe Entsorgung von Grüngut ist ein weiterer wesentlicher Ausgangspunkt für die Verbreitung von invasiven Neophyten. Privatpersonen sollten vermehrungsfähige Pflanzenteile von invasiven Neophyten in die Kehrrichtverbrennung geben. Fallen grössere Mengen an, sollte man sich bei der Gemeinde erkundigen, ob das Grüngut abgegeben werden kann.

Gemeinden und Unternehmer müssen bei der Entsorgung von Neopyhten darauf achten, dass fortpflanzungsfähiges Pflanzenmaterial in eine professionelle Kompostier- oder Vergärungsanlage gegeben wird (nicht in Gartenkompost- oder Feldrankompostierung!).

Eine Zusammenstellung finden Sie im Merkblatt "AGIN Empfehlung: Kompostieren, Vergären und Verbrennen invasiver Neophyten, 2015".

Umgang

  • Umgang (verkaufen, transportieren, freilassen, anpflanzen, pflegen)
    Grundsätzlich empfehlen wir, ausschliessliche einheimische Pflanzen zu verwenden. Für viele invasive Neophyten gibt es gute Alternativen (Liste mit Alternativen).
  • Eingeschränkter Umgang
    Gewisse gebietsfremde Organismen dürfen nur eingeschränkt freigesetzt werden (Art 15 Abs. 1), wenn sie beispielsweise :
    - allergen oder toxisch sind
    - sich in der Umwelt unkontrolliert verbreiten können
    - in der Schweiz gefährdete Organismen verdrängen
    - Funktionen von Ökosystemen verändern (z. B. Bodenfruchtbarkeit zur Produktion von Nahrungsmitteln und Gebrauchsstoffen, Filterung von Schad- und Nährstoffen im Boden Grundwasserneubildung, Erholungsfunktion einer intakten Natur und ansprechenden Landschaft)

    Arten, die auf der Schwarzen Liste und der Watch-Liste von info flora stehen, besitzen inetwa die genannten Eigeschaften.
  • Verbotener Umgang
    14 Arten wurden als derart "gefährlich" eingestuft, dass jeglicher Umgang mit ihnen in der Umwelt verboten ist. Diese Arten sind im Anhang 2 der FrSV aufgeführt.

Bekämpfung (nach Art. 52 FrSV)

  • Im Kanton Zürich gilt nur für Ambrosia, Riesenbärenklau und das Schmalblättrige Greiskraut eine Bekämpfungspflicht.
    Das heisst, dass alle bekannten Bestände vernichtet werden müssen. Zuständig ist in der Regel der Bewirtschafter, sonst der Grundeigentümer. Im Unterlassungsfall kann der Kanton eine kostenpflichtige Bekämpfung (beispielsweise durch Gärtner) anordnen.
  • Bei allen anderen Arten muss  nur zwingend bekämpft werden, falls das Schutzgut Gesundheit, Bodenfruchtbarkeit oder biologische Vilefalt im Einzellfall konkret gefährdet ist.
  • Es kann jedoch sinnvoll sein, weitere Arten zu bekämpfen, wenn sie
    - noch klein sind und der Aufwand gering ist
    - spätere Kosten viel höher ausfallen
    - andere Schutzgüter betroffen sind und der Grundeigentümer einverstanden ist
    - Verschleppungsgefahr droht
  • Pflanzen des Anhang 2 müssen nicht zwingend bekämpft werden, ausschlaggebend ist die Bedrohungslage im Einzelfall. Ausnahme: Ambrosia und Riesenbärenklau sind zwingend zu bekämpfen.

 

Es geht nicht darum, möglichst alle invasiven Neophyten/Neozooen zu bekämpfen. Es braucht vorher eine Güterabwägung, in welcher Nutzen/Schäden und Bekämpfungsaufwand gegeneinander abgewogen werden. Grundsätzlich gilt, je früher mit einer Bekämpfung begonnen wird, desto geringer fallen die Gesamtkosten aus.