Rohstoffe aus Abfällen

Phosphor im Klärschlamm

Phosphor ist der wertvollste Nährstoff in Abfällen. Er ist für Mensch und Natur lebenswichtig und wird heute als Rohstoff immer kostbarer.

Die abbaubaren Vorkommen von Phosphor sind weltweit begrenzt. In etwa 100 Jahren gehen sie zur Neige. In der Schweiz bestehen keine natürlichen Phosphorvorkommen.

Heute ist die wichtigste Grösse im Phosphorumsatz unseres Landes die Rückführung der Hofdünger und der Ernterückstände in die Landwirtschaft. Zur Versorgung von Mensch und Natur werden aber seit Jahrzehnten grosse Mengen an Phosphor importiert.

Klärschlamm als wichtigste Phosphor-Quelle

Hand, in der getrocknete Klärschlamm-Kügelchen zu sehen sind. Klärschlamm enthält den Nährstoff Phosphor.
Klärschlamm enthält den Nährstoff Phosphor

Inzwischen hat eine Phosphorbilanz für die Schweiz gezeigt, dass die im Klärschlamm gebundene Menge Phosphor pro Jahr etwa gleich gross ist wie die mit Mineraldünger importierte Menge.

Forschungsprojekte zeigen klar, dass die Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm im grossen Stil möglich ist. Allerdings existieren heute noch keine grossen Rückgewinnungsanlagen. Mittelfristig zeichnet sich jedoch ab, dass Phosphor aus Klärschlamm wirtschaftlich zurückgewonnen werden kann.

Bis es so weit ist, kann Phosphor in der Verbrennungsasche des Klärschlamms auf einfache Art zwischengelagert werden. Im Sinne einer nachhaltigen Ressourcenwirtschaft müssen allerdings die Entsorgungswege für Klärschlamm bereits heute so ausgerichtet werden, dass die spätere Rückgewinnung des Phosphors möglich ist.

Projekt Phosphorrückgewinnung aus Klärschlammasche

Detaillierte Informationen zum laufenden Projekt finden Sie in den periodisch erscheinenden Projektblättern zur Rückgewinnung von Phosphor aus der Klärschlammasche. 

Kundenanlass vom 21. Januar 2014

Hier finden Sie die Folien zu den Präsentationen vom Kundenanlass 2014 zu dem Thema "Phosphor - eine Ressource die bewegt":

Ökobilanz zum phos4life-Verfahren (LCA for phos4life-process)

Die ETH Zürich hat eine umfassende Ökobilanz zum phos4life-Verfahren verfasst, welches die Stiftung ZAR in Zusammenarbeit mit dem spanischen Industriepartner Téchnicas Réunidas im Auftrag des Kanton Zürich entwickelt. In der Studie wird die Produktion von Phosphorsäure aus Klärschlammasche mittels des Phos4life-Verfahren mit der Primärproduktion von Phosphorsäure aus Rohphosphat ökologisch verglichen. Die Studie enthält eine englische Zusammenfassung (includes english summary).

Verfahrenstechnische Marktanalyse für die Phosphorrückgewinnung aus dem Abwasserpfad:

Die seit 2016 geltende Verordnung über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen (VVEA) schreibt vor, dass Phosphor aus Abwasser bis spätestens 2026 zurückgewonnen werden muss. Dazu bieten sich verschiedene Technologien an, von denen bis heute allerdings noch keine realisiert ist.

Damit die Schweiz effiziente Verfahren für die Rückgewinnung von Phosphor erhält, wurde im Herbst 2017 auf Initiative des Kantons Zürich eine Plattform für den Dialog interessierter Kreise geschaffen. Dazu gehören die Betreiber von Abwasserreinigungsanlagen (ARAs) und Klärschlammverbrennungsanlagen, welche mehr als 60% des Schweizer Klärschlammanfalls repräsentieren, aber auch betroffene Verbände. Die Plattform will den Betroffenen Grundlagen für die anstehenden Verfahrensentscheide liefern und hat dazu eine «Verfahrenstechnische Marktanalyse für die Phosphorrückgewinnung aus dem Abwasserpfad», kurz VTMA, durchgeführt. Der Schlussbericht zur VTMA, verfasst durch Dr. Leo Morf (AWEL), steht hier zum Download zur Verfügung.

Weitere Abfälle die ebenfalls Phosphorträger sind

Auch Fleisch- und Knochenmehl, Abfälle also aus der Nahrungsmittelproduktion, enthalten grosse Phosphormengen (etwas mehr als die Hälfte der im Klärschlamm enthaltenen Menge).

Eine Nutzung des in diesen Abfällen konzentriert vorliegenden Phosphors sollte auch angestrebt werden. Weitere mengenmässig weniger bedeutende Phosphorträger sind Kompost- und Siedlungsabfälle.