Siedlungsabfall

Klärschlamm

Informationen zur Klärschlammentsorgung

Projekt Phosphorrückgewinnung aus Klärschlammasche

Detaillierte Informationen zum laufenden Projekt finden Sie in den periodisch erscheinenden Projektblättern zur Rückgewinnung von Phosphor aus der Klärschlammasche. 

Verfahrenstechnische Markanalyse für die Phosphorrückgewinnung aus dem Abwasserpfad:

Die seit 2016 geltende Verordnung über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen (VVEA) schreibt vor, dass Phosphor aus Abwasser bis spätestens 2026 zurückgewonnen werden muss. Dazu bieten sich verschiedene Technologien an, von denen bis heute allerdings noch keine realisiert ist.

Damit die Schweiz effiziente Verfahren für die Rückgewinnung von Phosphor erhält, wurde im Herbst 2017 auf Initiative des Kantons Zürich eine Plattform für den Dialog interessierter Kreise geschaffen. Dazu gehören die Betreiber von Abwasserreinigungsanlagen (ARAs) und Klärschlammverbrennungsanlagen, welche mehr als 60% des Schweizer Klärschlammanfalls repräsentieren, aber auch betroffene Verbände. Die Plattform will den Betroffenen Grundlagen für die anstehenden Verfahrensentscheide liefern und hat dazu eine «Verfahrenstechnische Marktanalyse für die Phosphorrückgewinnung aus dem Abwasserpfad», kurz VTMA, durchgeführt. Der Schlussbericht zur VTMA, verfasst durch Dr. Leo Morf (AWEL), steht hier zum Download zur Verfügung.

Klärschlamm ist ein Siedlungsabfall

In den kommunalen Abwasserreinigungs-
anlagen (ARA) der Schweiz fallen jährlich etwa 4 Millionen Tonnen flüssiger Klärschlamm mit einem Trockensubstanz-
gehalt (TS) von rund 200'000 Tonnen an.

Das Umweltschutzgesetz (USG) und die Verordnung über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen (VVEA) stellen Klärschlamm betreffende Entsorgung den Siedlungsabfällen gleich. Als Klärschlamm bezeichnet man den ausgefaulten oder auf andere Art stabilisierten Schlamm aus Abwasserreinigungsanlagen (ARA). Nach weiteren Behandlungsschritten kann man schliesslich noch entwässerten und getrockneten Klärschlamm unterscheiden. Davon ausgenommen ist das Rechen-, Sieb- und Sandfrachtgut.

Klärschlamm enthält neben Nährstoffen wie Phosphor, Stickstoff sowie organischen Stoffen viele unerwünschte Substanzen wie Schwermetalle, organische Schadstoffe und Mikroverunreinigungen (z.B. Medikamentenrückstände, Hormone) und Krankheitserreger.

Für Klärschlamm gilt aus Risikogründen seit dem 1. Oktober 2006 ein bundesweites Verwendungsverbot in der landwirtschaftlichen Nutzung. Statt der direkten Verwertung in der Landwirtschaft muss er nun fachgerecht entsorgt werden; in Anlagen zur Schlammverbrennung, in Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA) oder nach vorgeschalteter Trocknung als Zusatzbrennstoffe in Zementwerken.

Zuständigkeit

Nach der kantonalen Verordnung über den Gewässerschutz ist die Abwasserbehandlung wie die Abfallbeseitigung Aufgabe der Gemeinden. Damit sind die Gemeinden auch für die Entsorgung von Klärschlamm zuständig.

Der Kanton ist zuständig für die Planung und Zuweisung der Abfallströme: Er ist vom Bund beauftragt einen Entsorgungsplan zu erstellen sowie Bedarf, Kapazität und Standorte für Anlagen aufzuzeigen und diese laufend zu aktualisieren. Zudem legt der Kanton Einzugsgebiete fest für die Abfälle aus der öffentlichen Abwasserreinigung und stellt den wirtschaftlichen Betrieb der Abfallbehandlungsanlagen sicher.

Klärschlamm-Mengen im Kanton Zürich

Dargestellt sind die jährlichen Klärschlamm-Mengen an den einzelnen ARA-Standorten im Kanton Zürich in Tonnen entwässerter Klärschlamm pro Jahr (t (EKS)/a). Die Werte sind gerundet und beziehen sich auf das Jahr 2009. Heutige Werte bewegen sich in ähnlicher Grössenordnung.

Entsorgungsplan im Kanton Zürich 2003 bis 1. Juli 2015

Der Zürcher Regierungsrat hat bereits 2003 festgelegt, welche Grundsätze für die Klärschlammentsorgung unter den neuen Rahmenbedingungen gelten. Dabei stand die Entsorgungssicherheit speziell im Fokus. Der Klärschlammentsorgungsplan schuf die Grundlage dafür, dass Klärschlamm aus der Abwasserreinigung (jährlich rund 100'000 Tonnen entwässerter Klärschlamm) fachgerecht entsorgt werden kann. Zudem wurden die Einzugsgebiete für die Klärschlammentsorgung festgelegt.

Aufgrund von absehbaren Engpässen bei den Entsorgungskapazitäten ab dem Jahr 2015 hat der Zürcher Regierungsrat im Jahre 2007 den Auftrag erteilt, für den Klärschlamm ein langfristiges, ökologisch und ökonomisch ausgerichtetes Entsorgungskonzept zu erarbeiten. Im Konzept zu berücksichtigende Rahmenbedingungen für die Planung zukünftiger Entsorgungswege bilden die Festlegungen zur Phosphor-Rückgewinnung und Energienutzung. Im Sinne einer nachhaltigen Ressourcenwirtschaft war die Planung zukünftiger Entsorgungswege - insbesondere beim Bau von neuen Klärschlammverwertungsanlagen - so auszurichten, dass die (spätere) Rückgewinnung des Wertstoffes Phosphor möglich ist. Die im Klärschlamm enthaltene erneuerbare Energie soll - unabhängig vom Ort der Behandlung - wirtschaftlich optimal genutzt werden.

Diese Vorgaben haben dazu beigetragen, dass im vom Regierungsrat mit Beschluss Nr. 1035 vom 31. August 2011 festgesetzten kantonalen Klärschlammentsorgungsplan ein technisches Konzept beschlossen wurde, bei dem der Klärschlamm dezentral auf den Abwasserreinigungsanlagen entwässert und dann in einer zentralen Klärschlammverwertungsanlage (KSV) thermisch behandelt wird.

Mit dem Regierungsratsbeschluss Nr. 1035/2011 wurde der neue ökologisch und ökonomisch optimierte Entsorgungsplan beschlossen, indem der gesamte Zürcher Klärschlamm auf den Abwasserreinigungsanlagen dezentral entwässert und dann in der neuen zentralen Klärschlammverwertungsanlage (KSV) thermisch behandelt wird.

Aufgrund einer umfassenden Standortevaluation mit fünf möglichen Standorten im Kanton wurde entschieden, die neu zentrale Klärschlammverwertungsanlage im Klärwerk Werdhölzli zu erstellen. Für diese Entscheidungsfindung wurden alle im Kanton Zürich für die Klärschlammentsorgung Verantwortlichen einbezogen.

Nachdem die Stadtzürcher Bevölkerung dem Projekt  2012 mit einem überwältigenden Mehr  von 93,9 Prozent zustimmte, erfolgte der Spatenstich. Die zentrale Verwertung von Klärschlamm im Werdhölzli ist für die anderen Klärwerke im Kanton mit Kosten für die Anlieferung verbunden. Diese werden mit einem Transportkostenausgleich abgefedert, wofür die Stadt Zürich jährlich 250 000 Franken zur Verfügung stellt.

Die Anlage ist als Monoverbrennungsanlage konzipiert. In ihr wird der gesamte kantonale Klärschlamm zugewiesen werden. Die Stadt Zürich durch Entsorgung + Recycling Zürich (ERZ) ist Bauherr und Betreiber der neuen Klärschlammverwertungsanlage.

Bericht zur Vernehmlassung des Entsorgungsplans 2015

Zusammenfassung aller eingegangenen Stellungsnahmen zum Entwurf des Klärschlamm-Entsorgungsplans 2015 und deren Behandlung im Vernehmlassungsverfahren: