Bauabfälle

Entsorgungskonzept beim Rück- und Umbau

Mit der seit Anfang 2016 in Kraft getretenen Abfallverordnung (Verordnung über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen, VVEA) muss in Baubewilligungsgesuchen beschrieben sein, ob bei Um- und Rückbauten schadstoffbelastete Bauabfälle anfallen und wie sie entsorgt werden.

Das Vorgehen im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens ist im Merkblatt «Private Kontrolle beim Rück- und Umbau» beschrieben:

Die Pflicht zum fachgerechten Umgang mit Schadstoffen ist in der Bauarbeitenverordnung BauAV geregelt (Art. 3 Abs. 1bis, Art. 60 ff. BauAV). Dies ist besonders bei Bauten wichtig, die vor 1990 erstellt oder umgebaut wurden. Bei ihnen muss erfahrungsgemäss damit gerechnet werden, dass gefährlichen Schadstoffen wie Asbest, polychlorierten Biphenylen (PCB), polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) oder Blei vorhanden sind.

Mit einem Entsorgungskonzept muss dokumentiert werden, welche Arten, Qualitäten und Mengen von Bauabfällen zu erwarten sind. Falls die Baute oder Anlage vor 1990 erstellt wurde, sind hierfür Schadstoffuntersuchungen der Gebäudesubstanz erforderlich. In besonders relevanten Fällen werden die Entsorgungskonzepte von befugten Fachpersonen aus dem Fachbereich Rück- und Umbau geprüft.

Ist die Baubewilligung erteilt, müssen die Schadstoffe im Zuge der Bauarbeiten gemäss Entsorgungskonzept entfernt und entsorgt werden. Nach Ende der Bauarbeiten hat die Bauherrschaft nachzuweisen, dass die belasteten Bauabfälle fachgerecht ausgebaut und umweltgerecht entsorgt wurden.

Wer kann die Untersuchungen durchführen und Entsorgungskonzepte verfassen?

Schadstoffe verstecken sich in alter Bausubstanz an den verschiedensten Stellen. Nur Fachleute wissen, wo sie zu finden sind.
Schadstoffe verstecken sich in alter Bausubstanz an den verschiedensten Stellen. Nur Fachleute wissen, wo sie zu finden sind. (Quelle Bild: Energie- und Ressourcen-Management GmbH, Stefan Rubli)

Sowohl die Durchführung von Schadstoffuntersuchungen als auch das Verfassen von Entsorgungskonzepten erfordern fundiertes Fachwissen. Die notwendigen Arbeiten sind von ausgewiesenen Fachleuten durchzuführen. Sie benötigen eine entsprechende Ausbildung, das notwendige Wissen und ausreichende Erfahrung.

Fachleute, die diese Anforderungen erfüllen, sind in den Mitgliederlisten des Forums Asbest Schweiz (FACH), des Schweizerischen Fachverbands für Gebäudeschadstoffe (FAGES) sowie der Vereinigung Asbestberater Schweiz (VABS) zu finden.

Was ist im Entsorgungskonzept enthalten?

Das Entsorgungskonzept dokumentiert, welche Arten, Qualitäten und Mengen von Bauabfällen zu erwarten sind. Dabei kann die SIA Norm 430: Entsorgung von Bauabfällen beigezogen werden.

Bei Bauten, welche vor 1990 erstellt wurden, ist mit Schadstoffen wie zum Beispiel Asbest, polychlorierten Biphenylen (PCB), polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) oder Blei zu rechnen. In diesem Fall ist eine Schadstoffuntersuchung in Auftrag zu geben. Die Untersuchungsergebnisse sind im Entsorgungskonzept zu dokumentieren.

Wem nützt das Entsorgungskonzept?

Die vorgängige Abklärung der Schadstoffsituation nützt der Bauherrschaft, weil sie Kostentransparenz schafft und die Planungssicherheit erhöht. Sie dient den Unternehmern als Grundlage, die Gefahren für die Arbeitnehmenden zu beurteilen und Massnahmen zu ihrem Schutz sicherzustellen.

Das Entsorgungskonzept wirkt auch auf die nachgelagerten Prozesse wie die Aufbereitung und Verwertung der Rückbaustoffe, indem es sie von Schadstoffen entlastet. Im Kanton Zürich fallen jährlich rund 2,5 Millionen Tonnen Rückbaustoffe an. Sie gilt es so weit wie möglich und sinnvoll stofflich zu verwerten. Mit den geforderten Angaben zu den Bauabfällen will der Gesetzgeber die Kreislaufwirtschaft bei Baumaterialien stärken. Durch die frühzeitige Ermittlung und Entsorgung von Schadstoffen können einwandfreie wiederverwertbare Rückbaustoffe produziert werden.